Andacht zum Monatsspruch Dezember (2019)

„Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.“ Ps 130,6

Beim Wort Wächter denken wohl die meisten von uns an den Stadtwächter, wie wir ihn von alten Gemälden kennen. Mit der Laterne in der Hand zieht er durch den Ort, um nach dem Rechten zu sehen. Erst im zweiten Moment fallen moderne Bezüge ein: Der Türsteher vor dem Club oder der Diskothek, der Leibwächter eines Politikers, der Nachtwächter in einem Hotel oder einer großen Firma oder im Museum.

Oder sogar Soldaten, die vor einer Kaserne irgendwo in einem Kriegsgebiet Wache halten müssen.

Doch egal ob es die Wächter von damals oder von heute sind: All diese Leute warten in ihrer Nachtschicht auf den Morgen. Und das liegt nicht allein daran, dass am Morgen Wachwechsel ist oder Dienstschluss. Der Morgen steht für mehr: Der Morgen ist der Moment, an dem die Gefahren der Nacht gebannt sind. Danach sehnt sich der Wächter. Die Zeit ist dann vorbei, in der Diebe durch die Straßen huschen, Betrunkene in der Disko Ärger machen oder der Feind geschützt vom Schatten der Nacht einen Überraschungsangriff durchführen kann. Der Morgen steht wortwörtlich für den Anbruch des Tages, für das Licht und die Wärme, das wir zum Leben brauchen. Der Morgen steht sinnbildlich für klares Sehen und Neuanfang.

Wenn der Psalmbeter nun sagt, dass seine Seele mehr auf Gott den Herrn wartet als die Wächter auf den Morgen, dann spricht aus ihm tiefster Glaube. Glaube an den Gott, der noch viel mehr für das Leben einsteht – nämlich Ewiges Leben! – als das erste Morgenlicht nach durchwachter Nacht. Der Psalmbeter sehnt sich nach Neuanfang, nach dem Guten, nach der Teilhabe am Reich Gottes.

Die Adventszeit ist die Zeit im Kirchenjahr, in der wir diese Hoffnung als bereits erfüllt in den Mittelpunkt unseres Redens und Feierns stellen: Gott kommt! Aber er kommt anders als man es vom Allmächtigen erwarten würde. Gott wird in Jesus ein Mensch. Der Neuanfang ist gemacht. Das feiern wir an Weihnachten: Das Kind in der Krippe! Mehr aber noch begreifen wir die Bedeutung dieses neuen Morgens, wenn wir sein Leben weiterverfolgen und von ihm hören als dem Mann am Kreuz und schließlich in seiner Auferstehung.

Advent und Weihnachten bedeuten: Gott kommt dir jetzt ganz nahe. Er kommt jedem Menschen nahe, der sich nicht verschließt. Gott öffnet mit Jesus unsere Herzen, um mit uns gemeinsam zu warten – auf den Morgen als unser Wächter, was immer die Nacht auch für Schrecken bereithalten mag.

Marvin Lange, Fulda

Grußwort Winter 2019/20

Liebe Leserinnen und Leser,

unsere Landeskirche, die Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), zu der auch die Bonhoeffergemeinde Fulda gehört, hat eine neue Bischöfin. Sie heißt Prof. Dr. Beate Hofmann. An ihr sehen wir, dass Emanzipation und Gleichberechtigung der Geschlechter in unserer Kirche auch auf höchster Ebene zum Alltag gehören. In der evangelischen Kirche dominieren schon lange nicht mehr die Männer, sondern es herrscht tatsächlich Gleichberechtigung.

Zugleich mit der Einarbeitung der neuen Bischöfin wurden überall in der EKKW neue Kirchenvorstände gewählt. Und auch da sieht man: Viele der neuen Gremien sind paritätisch besetzt, in manchen überwiegen sogar die Frauen. Im Bonhoefferhaus heißt es genau: „Halbe-Halbe“. Interessant: Wir haben nicht extra darauf hingewirkt. Es ist mir sogar erst aufgefallen, nachdem sich das Gremium längst konstituiert hatte. Es ist also bei uns ganz selbstverständlich, die Menschen allein nach ihren Qualifikationen auszuwählen (und nicht nach Geschlecht oder Hautfarbe oder Staatsangehörigkeit).

Dass dies nur in einem Klima möglich ist, in dem sich die Männer nicht wie die „Herren der Schöpfung“ aufführen, sondern sich ebenfalls als völlig gleichberechtigt empfinden, versteht sich von selbst.

Doch dass dies erst seit wenigen Jahren so ist, ist eine Peinlichkeit: Seit etwa 2000 Jahren sollte Gleichberechtigung Normalität sein. Das Kind in der Krippe wird später als erwachsener Mann auch die diskriminierenden Schranken der Geschlechter durchbrechen. Wir wissen: Er hatte nicht nur Jünger, sondern zählte auch Freundinnen zu seinem Jüngerkreis.

Es ist an uns jetzt und heute, die letzten Bastionen des Chauvinismus in unserer Gesellschaft zu beseitigen.

Es mag uns darin die etwas paradox anmutende Jahreslosung aus Mk 9,24 helfen:

„Ich glaube — hilf meinem Unglauben!“

Ihnen allen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2020

Ihr

Pfarrer Marvin Lange

Foto: Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann, © medio.tv/schauderna

Der Posaunenchor lädt ein

Fulda. Posaunenchor – das ist kein Fremdwort für Dich? Weil Du vor x Jahren doch auch mal Horn, Trompete, Posaune oder Tuba gespielt hast?  So ganz – das ist wie mit dem Fahrradfahren – verlernt man das ja nicht. Wie wäre es, die Blech-Erinnerungen aufzufrischen? Der „Ansatz“ kommt dann (fast) von alleine. Der Posaunenchor der Evangelischen Gesamtgemeinde Fulda freut sich auf neue Mitwirkende.  Schau doch mal rein oder erkundige Dich telefonisch bei unserem Chorleiter Joachim Enders unter (0661) 5 50 19. Wir proben jeweils freitags zwischen 19.30 und 21 Uhr in Fulda im Evangelischen Zentrum Haus Oranien (Heinrich-von-Bibra-Platz).
posaunenchor-fulda.com/

Festschmaus im Bonhoefferhaus am ersten Advent

Zum Einführungsgottesdienst des neuen Kirchenvorstands der Bonhoeffergemeinde am 1. Dezember 2019 hat sich diese etwas Besonderes einfallen lassen. Nach dem Gottesdienst im Bonhoefferhaus in der Goerdelerstraße 34 in Fulda, der zur Langschläferzeit erst um 11:00 Uhr beginnt, soll ein adventliches Gemeindefest bis in den Nachmittag stattfinden. Neben dem Advents-Basar, auf dem man selbst gebastelte Weihnachtsartikel kaufen kann, der Versteigerung eines Hexenhäuschens und anderen Adventsaktionen für Kinder und Erwachsenen soll es ein gemeinsames Festessen geben. Dazu wurde als Caterer die Metzgerei Fröhlich (Marbach) verpflichtet. Alle Tageseinnahmen sollen der Renovierung der Küche im Bonhoefferhaus zugutekommen. Das Essen wird zum Selbstkostenpreis angeboten, Kinder bis zwölf Jahren essen sogar kostenlos.

Fotos: privat

Swinging Tones im Bonhoefferhaus

10. November, 10.00 Uhr im Gottesdienst und 16.00 Uhr im Konzert!

Unter dem Motto „Let us sing together“ gastiert der Gospelchor “Swinging Tones“ unter der Leitung von Renate Gantz-Bopp am Sonntag, 10. November 2019 um 16:00 Uhr im Bonhoeffer-Haus in der Goerdelerstr. 34 in Fulda. Gerald Reutzel am Piano und Martin Schnur an der Gitarre runden das vielseitige Programm ab und lassen das Konzert zu einem besonderen Erlebnis werden. Wer den Gospelchor bereits Vormittags kennen lernen möchte, kann dies am Sonntag um 10.00 Uhr im Gottesdienst des Bonhoefferhauses tun; zeitgleich wird ein Kindergottesdienst angeboten. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist kostenlosfrei. Um Spenden wird gebeten.

Gospel-Songs (das englische Wort Gospel bedeutet Evangelium bzw. Frohe Botschaft) sind bereits vor 1865, dem Ende der Sklaverei in den USA, aus der Musik der afroamerikanischen Gemeinden der USA entstanden. Man sang sie wie Volkslieder und Kirchenlieder. Im zwanzigsten Jahrhundert wurde eine neue Art von Gospel-Songs dann auch von Komponisten geschrieben.

Reformationsfest heute

Gottesdienst zwischen wissenschaftlichem Anspruch und verständlicher Sprache

Von Vikarin Natascha Weigelt, Bonhoeffergemeinde Fulda

Die Reformation, bei der Martin Luther eine entscheidende Rolle spielte, liegt über 500 Jahre zurück. Warum feiern wir sie überhaupt noch?

Martin Luther blickte auf die Kirche seiner Zeit. Ihm stachen Missstände ins Auge, die er aus dem Weg räumen wollte. Ihm fiel zum Beispiel auf, dass viele Menschen den Gottesdienst nicht verstehen konnten, weil er auf Latein gefeiert wurde. Er setzte sich dafür ein, dass Deutsch die Sprache des Gottesdienstes wurde. Martin Luther wollte, dass die Menschen die Inhalte des christlichen Glaubens verstehen können.

„Glücklich ist …“

Elf Pfarrerinnen und Pfarrer predigen im Reformationsgottesdienst

Die Gemeinden des Kooperationsraums Fulda-Mitte, zu denen neben Fuldaer Gemeinden auch Bad Salzschlirf-Großenlüder, Künzell und Petersberg gehören, feiern am Reformationstag, 31.10.2019, um 19.00 Uhr einen gemeinsamen, festlichen Gottesdienst in der Christuskirche Fulda.

„Kooperation bedeutet Zusammenarbeit. Das gilt für Gottesdienste, Konfirmandenveranstaltungen, aber auch für verbindliche Vertretungen bei Krankheit oder Urlaub. Nicht jeder kann und braucht alles zu tun. So bleibt auch Freiraum für Neues“, so Pfarrer Stefan Bürger von der Kreuzkirchengemeinde Fulda Neuenberg in der Ankündigung. Der Kirchenkreis Fulda hat noch drei weitere Kooperationsräume, im Norden des Kreises, im Süden und in der Rhön.

Kirchenvorstandswahl 2019

Gutes Wahlergebnis ermutigt Kirchenvorstände

Das Gesamtergebnis der Kirchenvorstandswahlen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck liegt nun vor: 24,1 % aller Gemeindeglieder haben ihre Stimme abgegeben. Bischof Martin Hain gratulierte den Gemeinden zu diesem Ergebnis: “Fast ein Viertel aller Wahlberechtigten in unserer Landeskirche hat sich an dieser demokratischen Wahl der neuen Leitungsgremien beteiligt. Diese gute Beteiligung ist ein wichtiges Signal für das Interesse unserer Mitglieder an der Gestaltung des Gemeindelebens.  Sie ist eine Ermutigung für alle, die sich in den Kirchenvorständen ehrenamtlich in ihren Gemeinden engagieren.“ Im städtischen Kontext ist die Wahlbeteiligung traditionell geringer. Pfarrer Marvin Lange von der Bonhoeffergemeinde Fulda: „Mit 13,7% Wahlbeteiligung konnten wir uns gegenüber 2013 um einen Prozentpunkt steigern. Das ist mir persönlich noch zu wenig. Dennoch habe ich am Wahltag gemerkt, dass denen, die den Weg ins Wahllokal gefunden haben, ihre Kirche am Herzen liegt.“

Konfirmation 2019

Pfingstsonntag war Konfirmation im Bonhoeffer-Haus

Am Pfingstsonntag, dem 09. Juni 2019 wurden 15 Jugendliche von Pfarrer Marvin Lange gemeinsam mit Vikarin Natascha Weigelt konfirmiert. In der Predigt ging es um den Gegensatz der offensichtlichen Macht der Jedi-Ritter aus dem Star Wars-Universum gegenüber der leisen und unsichtbaren Macht Gottes, auf die jeder Christ kraft des Wortes zurückgreifen könne. Mit der Konfirmation sollten sich die jungen Christinnen und Christen dieser Macht bedienen und diese für ihr eigenes Leben weiter ausbauen. Der sehr lebendige Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von der Band „Ex Corde“ unter der Leitung von Isabell Scheunert.

Weiterlesen

Gottesdienst mit Segnung für Paare am 2. Juni 2019

Am Sonntag, dem 2. Juni 2019 um 11.00 Uhr veranstaltet die Bonhoeffergemeinde Fulda in der Goerdelerstr. 34 einen besonderen Gottesdienst, in dem sich Paare für ihren weiteren gemeinsamen Lebensweg persönlich segnen lassen können. „Es ist ja nun nicht so, dass alle Beziehungen glatt verlaufen. Höhen und Tiefen erleben Paare und Familien immer mal wieder und da kann es gut tun, die eigene Beziehung noch einmal unter Gottes Schutz und Schirm zu stellen“, so Pfarrer Marvin Lange von der Bonhoeffergemeinde. Zum Gottesdienst mit Segen seien alle Menschen jeglicher sexueller Orientierung eingeladen, die sich von Gott Stärkung für ihre Partnerschaft oder Ehe wünschen.

Foto: Segnungsgottesdienst für Paare 2017