Trinitatis mit den Konfis und mehr

Liebe Leserinnen und Leser,

der zweite Gottesdienst „in echt“ seit dem Corona-Shutdown findet am Sonntag, dem 07.06.2020 um 11.00 Uhr im Bonhoefferhaus statt. Um Segen wird es an diesem Sonntag mit dem klangvollen Namen „Trinitatis“ (Dreieinigkeit) gehen – und um die Frage, was Segen eigentlich ist und wie er bewirkt wird. Da am Pfingstsonntag nur 20 Personen da waren, mache ich heute einmal deutlich Mut, unser Angebot anzunehmen und zum Gottesdienst zu kommen. Es sind noch Plätze frei – bis zu 37 Einzelpersonen finden im Bonhoefferhaus Platz; als Paare und Familien sind es bei idealer Verteilung gar bis zu 67 Personen. Das Hygienekonzept unserer Gemeinde ist streng und wird von den Kirchenvorstehern und mir strikt für alle eingefordert.

Zudem gibt es seit heute früh den Vorstellungsgottesdienst unserer Konfirmanden – auch dieser dreht sich um Segen und ist ein guter Ersatz für den „normalen“ Vorstellungsgottesdienst; musikalisch wird er mit der E-Gitarre umrahmt von Pfarrer Pfeifer und mir. Klicken Sie hier:

und feiern Sie online mit unseren Konfis vom Bonhoefferhaus und St. Johann!

Auch ein weiteres Gespräch im Pfarramt ist in dieser Woche entstanden: Pfarrer Togar Pasaribu von der katholischen Nachbargemeinde spricht mit mir über das inhaltlich eher unbekannte Fest Fronleichnam, das die katholische Welt am kommenden Donnerstag begeht – und an dem alle anderen Hessen frei haben ohne so recht zu wissen, weswegen. Klicken Sie hier für dieses inhaltlich starke Video:

Und ein echtes Schmankerl von Vikarin Natascha Weigelt ist diese Woche erschienen: „Was ist das Besondere an der Bonhoeffergemeinde?“ wurden Sie im April von ihr gefragt – hier sehen und hören Sie die Antworten:

Übrigens: Ein neuer Gemeindebrief ist als „Hoffnungsbrief“ gerade herausgekommen. Er muss dringend in die Häuser unserer Gemeindeglieder gebracht werden. Hätten Sie vielleicht Lust und Zeit, bei einem Spaziergang Ihre eigene Straße (und gern auch weitere drumherum) auszutragen? Dann kommen Sie einfach am Dienstag zwischen 9 und 12 Uhr spontan vorbei (sonst nur nach kurzer Absprache, damit Sie nicht vor verschlossenen Türen stehen), um sich Briefe abzuholen; durch die Corona-Krise haben wir leider einen ganz schönen Schwund an Austrägern zu verzeichnen!

Ihnen einen schönen Sonntag und eine gute Woche – bleiben Sie gesegnet,

Ihr

Pfarrer Marvin Lange

P.S.: Wenn Sie unseren Newsletter erhalten wollen, schreiben Sie doch eine kurze Email an mich: marvin.lange ett ekkw.de

Himmelfahrt mit Leiter und Gebet

Guten Morgen, ich wünsche einen schönen Himmelfahrtstag! Um den Start in diesen Feiertag geistlich zu begleiten, haben Pfarrer Christian Pfeifer und ich eine Videoandacht gedreht. Sie ist hier zu finden: Gottesdienst an Himmelfahrt mit Pfr. Lange und Pfr. Pfeifer:

https://youtu.be/N_is2ysz8q4

Herzliche Grüße und einen wunderschönen Sonnentag, Pfarrer Marvin Lange

„mittwochabend“ – Kleine Andachten in vier Kirchen

Am Mittwoch, 20. Mai startet um 18 Uhr eine neue Andachtsform im Kooperationsraum Fulda-Mitte/West. Zunächst an vier Mittwochen bieten die Bonhoeffergemeinde, Christuskirche, Kreuzkirche und Trätzhof eine 30-minütige Andacht in ihren Kirchen an. „Wir freuen uns auf ein neues Andachtsformat in der Corona-Krise. Dabei haben vier Kirchengemeinden die Chance, jeden Mittwoch in ihre Kirche zu gehen und einen neue Andacht mit unterschiedlichen Pfarrerinnen und Pfarrer zu feiern“, sagt Pfarrer Stefan Bürger.

Inhaltlich wird es Gebet, Stille, Musik und einen Impuls geben, auf Gesang muss derzeit ja leider verzichtet werden. Die Abstands- und Hygiene-Regeln der einzelnen Kirchen sind zu beachten. Jede Ortspfarrerin beginnt in ihrer eigenen Kirche und wechselt dann von Woche zu Woche. Am Trätzhof findet die Andacht im Freien statt, Stühle oder Picknickdecken sind mitzubringen. Bei Regen entfällt sie dort.

Grafik (Björn Henkel): mittwochabend

Andacht zum Monatsspruch Dezember (2019)

„Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.“ Ps 130,6

Beim Wort Wächter denken wohl die meisten von uns an den Stadtwächter, wie wir ihn von alten Gemälden kennen. Mit der Laterne in der Hand zieht er durch den Ort, um nach dem Rechten zu sehen. Erst im zweiten Moment fallen moderne Bezüge ein: Der Türsteher vor dem Club oder der Diskothek, der Leibwächter eines Politikers, der Nachtwächter in einem Hotel oder einer großen Firma oder im Museum.

Oder sogar Soldaten, die vor einer Kaserne irgendwo in einem Kriegsgebiet Wache halten müssen.

Doch egal ob es die Wächter von damals oder von heute sind: All diese Leute warten in ihrer Nachtschicht auf den Morgen. Und das liegt nicht allein daran, dass am Morgen Wachwechsel ist oder Dienstschluss. Der Morgen steht für mehr: Der Morgen ist der Moment, an dem die Gefahren der Nacht gebannt sind. Danach sehnt sich der Wächter. Die Zeit ist dann vorbei, in der Diebe durch die Straßen huschen, Betrunkene in der Disko Ärger machen oder der Feind geschützt vom Schatten der Nacht einen Überraschungsangriff durchführen kann. Der Morgen steht wortwörtlich für den Anbruch des Tages, für das Licht und die Wärme, das wir zum Leben brauchen. Der Morgen steht sinnbildlich für klares Sehen und Neuanfang.

Wenn der Psalmbeter nun sagt, dass seine Seele mehr auf Gott den Herrn wartet als die Wächter auf den Morgen, dann spricht aus ihm tiefster Glaube. Glaube an den Gott, der noch viel mehr für das Leben einsteht – nämlich Ewiges Leben! – als das erste Morgenlicht nach durchwachter Nacht. Der Psalmbeter sehnt sich nach Neuanfang, nach dem Guten, nach der Teilhabe am Reich Gottes.

Die Adventszeit ist die Zeit im Kirchenjahr, in der wir diese Hoffnung als bereits erfüllt in den Mittelpunkt unseres Redens und Feierns stellen: Gott kommt! Aber er kommt anders als man es vom Allmächtigen erwarten würde. Gott wird in Jesus ein Mensch. Der Neuanfang ist gemacht. Das feiern wir an Weihnachten: Das Kind in der Krippe! Mehr aber noch begreifen wir die Bedeutung dieses neuen Morgens, wenn wir sein Leben weiterverfolgen und von ihm hören als dem Mann am Kreuz und schließlich in seiner Auferstehung.

Advent und Weihnachten bedeuten: Gott kommt dir jetzt ganz nahe. Er kommt jedem Menschen nahe, der sich nicht verschließt. Gott öffnet mit Jesus unsere Herzen, um mit uns gemeinsam zu warten – auf den Morgen als unser Wächter, was immer die Nacht auch für Schrecken bereithalten mag.

Marvin Lange, Fulda